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Leben als Grenzgänger

Zwischen Deutschland und der Schweiz hat sich ein reger wechselseitiger Grenzverkehr entwickelt. Gute Löhne und Arbeitsbedingungen locken aber auch immer mehr Deutsche auf den Schweizer Arbeitsmarkt. Umgekehrt pendeln viele Schweizer zum Einkaufen und zum Tanken nach Deutschland, weil dies für sie in der Eurozone deutlich günstiger ist. Bei wechselseitigem Grenzverkehr und grenzüberschreitenden Arbeits-und Leistungsbeziehungen gibt es für beide Seiten einiges zu beachten, vor allem in arbeits- versicherungs- und steuerrechtlichen Fragen. Geregelt wird die Definition des Grenzgängers durch das Doppelbesteuerungsabkommens Schweiz-Deutschland von 1994. Dies bestimmt unter anderem, dass eine wöchtentliche Rückkehr an den Wohnort nicht zwingend erforderlich ist. Zu beachten ist daher bei deutsch-schweizerischen Grenzgängerfragen zum Beispiel, dass sozialversicherungsrechtliche Bestimmungen auch für Personen gelten können, die aus ausländerrechtlicher Sicht keine Grenzgänger sind.

Deutsche Grenzgänger: Wer seinen Wohnsitz in Deutschland beibehält zahlt dort auch weiterhin seine Steuern. Die Schweiz erhebt jedoch eine pauschale Quellensteuer auf den Bruttolohn von 4,5 Prozent. Diesen Abzug kann man in der Steuererklärung geltend machen. Beim deutschen Finanzamt muss man sich als Grenzgänger registrieren und einen Nachweis über das Einkommen beibringen. So kann das Finanzamt die Vorauszahlungen für die Einkommenssteuer berechnen. Bei einem Wohnsitz Schweiz gelten andere Bedingungen die es getrennt zu prüfen gilt. Wer in der Schweiz arbeitet, ist dort auch Krankenversicherungspflichtig. Diese Pflicht kann auf Antrag aufgehoben werden, wenn man bei einer deutschen Krankenversicherung bleiben will. Bei der Altersvorsorge gibt es für deutsche Grenzgänger einige Nachteile. Es ist nicht möglich, eine Riester-Rente abzuschließen, denn dafür ist das Einzahlen in die deutsche Rentenversicherung Voraussetzung. Bezieht man eine Rente aus der Schweizer Pensionskasse und hat seinen Wohnsitz in Deutschland, werden die Schweizer Bezüge in Deutschland besteuert.

Schweizer Grenzgänger: Schweizer Bürger haben das das Recht, sich über einen Zeitraum von bis 3 Monaten in Deutschland  auf Arbeitsuche zu gehen, ohne dass eine Aufenthaltserlaubnis fällig wird. Dabei geniessen sie gleichberechtigten Anspruch auf Vermittlungshilfe durch deutsche Arbeitsämter. Selbständige und Arbeitnehmer, die wöchentlich oder täglich in die Schweiz zurückkehren, benötigen dazu keinerlei Genehmigung. Sie bleiben in der Schweiz steuerpflichtig, zudem wird eine Quellsteuer von 4,5 Prozent von deutscher Seite fällig. Schweizer Grenzgänger und Aufenthalter in Deutschland unterliegen der deutschen Sozialversicherungspflicht, die Kranken-, Unfall-, Arbeitslosen-, Renten- und Pflegeversicherung umschliesst. Man zahlt in die staatliche und gegebenenfalls betriebliche Rentenversicherung ein und erhalten als Rentner Bezüge aus Deutschland. Bei Jahreseinkommen von über 50.000 Euro ist in Deutschland die Befreiung von der gesetzlichen Krankenversicherungspflicht möglich.