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m-wallet - die Geldbörse macht mobil

Sogenannte eWallet Systeme - also virtuelle Geldbörsen - gibt es im Internet schon seit Jahren: man registriert sich bei einem entsprechenden Anbieter, lädt vom Bankkonto oder der Kreditkarte einen Betrag hoch, und kauft damit anschliessend in Online-Shops ein. Diese Lösung ist nicht nur praktisch sondern auch sicherer, da sich dadurch das Hantieren mit Bank- oder Kreditkartendaten im Netz erübrigt. Nur war ist halt diese auf das Internet limitiert - an Supermarktkassen oder Ladentheken kannt man damit nichts anfangen.

Dies ändert sich durch NFC Nahfunk-Technik. Sie ermöglicht dass man künftig mit dem gleichen Zahldienst nicht nur im Netz sondern auch in "normalen" Läden einfach und schnell bezahlen kann. Benötigt werden dazu ein Smartphone, eine App des Anbieters und ein sog. NFC-Sticker, der auf dem Smartphone oder der Hülle des Smartphones befestigt wird - sowie natürlich eine Ladenkasse, die mit dem System kompatibel ist. Im Sticker eingelassen ist ein Chip, der die drahtlose Kommunikation zwischen Ladenkasse und Zahldienst-App auf dem Smartphone abwickelt - fertig ist das m-wallet. Das Smartphone wird kurz vor die Kasse oder das Kreditkarten-Lesegerät gehalten - und schon ist die Rechnung bezahlt.  

Genau genommen müsste Lösung nicht m-Wallet, sondern "u-Wallet" heissen. "U" steht "ubiquitous" - was zu deutsch soviel wie "allgegenwärtig" oder "universell" bedeutet. Gemeint ist damit die Integration des Internets in unseren Alltag. Das Konzept entstand schon in den neunziger Jehren des vergangenen Jahrhunderts, als das Internet noch an Desktops und Telefonkabel gefesselt war. Beine bekam es durch Handys und Tablets, NFC Technik sorgt jetzt für die ersehnte Brücke zwischen mobilem Internet und Alltagswelt sorgen.

Vor allem der Umgang mit Kleingeld wird durch diese Lösung revolutioniert werden: lästiges Herumkramen und Abzählen fällt - eine universelle Kompatibilität zwischen Zahlsystemen, Ladenkassen, Kaffeeautomaten, Parkuhren etc. vorausgesetzt. Mit Facebook oder Twitter-Account gekoppelt, wird die Lösung auch die Reichweite und Funktionsweise von sozialen Netzwerken erweitern. Wenn Freunde beim gleichen Anbieter registriert sind, kann man ihnen Geld leihen und es später über das zentrale Buchungssytem problemlos wiederbekommen. Weiter winken Gutscheine und Rabatte, wenn man die entsprechenden Apps nutzt.

Hat die Lösung irgendwelche Nachteile? Nein - wenn man davon absieht, dass man Handy mitsamt NFC-Sticker nicht verlieren sollte - aber wer hat das schon vor. Falls es dennoch mal passieren sollte kann man sein Konto im Zentralsystem des Anbieters sperren lassen. Auch für weitreichende Kompatibiliät wurde ebenfalls gesorgt. Diverse Anbieter liefern zusätzlich eine Prepaid Kreditkarte, mit der vom gleichen Konto abgebucht werden kann, falls ein Geschäft noch nicht mit dem Anbieter zusammenarbeitet oder eine Kasse über kein NFC-Lesegerät verfügt.

Mit einer flächendecken Verbreitung NFC-fähiger Terminals in Europa kann innerhalb der nächsten Jahre gerechnet werden. In der Schweiz sind mobile Payments unter anderem bei McDonalds schon länger Realität, nur universelle Lösungen lassen derzeit noch etwas auf sich warten, erklärt IT Experte Tom Sprenger. Startschwierigkeiten gibt es erstaunlicherweise auch in Deutschland, wo sich in der Bevölkerung bisland nur wenig Interesse regte. In punkto Durchsetzung mit NFC-Zahlterminals liegt Deutschland gegenwärtig noch hinter Polen, wo bereits 40% aller Kartenterminals in Gastronmie und Einzelhandel NFC-fähig sind, und der Türkei, mahnt Olaf Taupitz, der sich mit dem Mastercard-kompatiblen m-Wallet System "Cashloud" Anfang 2013 im deutschen Markt startete. Da das mobile Zahlen Verbrauchern wie Händlern deutlich Zeit spart, hält er bei einen Durchbruch für unausweichlich, sobald für weitreichende Kompatibiliät gesorgt ist.